93 Prozent der Reisenden sind bis Ende 2023 barrierefrei unterwegs an SBB Bahnhöfen.

Das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) sieht vor, dass Reisende bis Ende 2023 an Bahnhöfen barrierefrei Zugänge zu den Perrons haben und autonom in die Züge Ein- und Aussteigen können. Für 58 Prozent der Reisenden an den Bahnhöfen der SBB ist dies heute der Fall. Bis zum Ablauf der Frist werden es voraussichtlich 93 Prozent sein. 

Reisende mit eingeschränkter Mobilität sollen Dienstleistungen der SBB möglichst autonom und barrierefrei nutzen können. Dies dient Menschen mit eingeschränkter Mobilität und älteren Menschen, aber auch Reisenden mit Kinderwagen, Gepäck usw. Deshalb passt die SBB laufend Bahnhöfe an, in dem sie Perrons erhöht, Lifte einbaut oder Rampen erstellt. Auch die Informationen für Reisende werden stetig verbessert und auf die Bedürfnisse von Menschen mit eingeschränkter Mobilität ausgerichtet. 

Das BehiG trat 2004 in Kraft und sieht unter anderem vor, dass nach einer Übergangsfrist von 20 Jahren barrierefreie Zugänge zu den Perrons und Einstiege in die Züge möglich sind. Dafür steht für die SBB zwischen 2017 bis Ende 2023 über eine Milliarde Franken vom Bund zur Verfügung. Das BehiG sieht vor, dass die Mittel der öffentlichen Hand verhältnismässig eingesetzt werden: An gewissen Bahnhöfen wären bauliche Lösungen nur mit unverhältnismässig grossem finanziellen Aufwand realisierbar. Deshalb erlaubt das BehiG unter bestimmten Voraussetzungen auch Ersatzmassnahmen. 

Bis heute können sich auf den SBB-Bahnhöfen 58 Prozent der Reisenden dank Rampen und Lifte hindernisfrei bewegen und durch erhöhte Perrons ebenerdig in die Züge ein- oder aussteigen. Das ist zurzeit an 335 von den total 747 Bahnhöfen der SBB der Fall. Bis Ende 2023 werden grosse Umbautätigkeiten gemacht. Die SBB geht davon aus, dass bis dann 93 Prozent der Reisenden autonom ein- und aussteigen können und ebensolche Zugänge zu Perrons haben. Das entspricht 556 umgebauten Bahnhöfen. Bei 123 Bahnhöfen wird die SBB die Frist per Ende 2023 voraussichtlich nicht einhalten können, sie werden später umgebaut. 

Bei insgesamt 143 Bahnhöfen sind noch vertiefte Abklärungen mit dem BAV notwendig, ob beziehungsweise wie sie angepasst werden müssen. Grund dafür sind unter anderem Bahnhöfe in Kurvenlagen: Teilweise gibt es dort zwischen dem Zug-Trittbrett und der Perronkante eine grössere Lücke, welche autonomes Ein-/Aussteigen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität schwierig macht. Die Vorgabe über die maximale Grösse dieser Lücke hat im Jahr 2017 geändert. Darum sind Bahnhöfe, die bisher BehiG-konform waren, neu nicht mehr konform. Die SBB wird die damit verbundenen Anpassungen sofort angehen, so dass die meisten betroffenen Bahnhöfe bis 2023 BehiG-konform sind. 

Derzeit ist vorgesehen, dass 68 SBB-Bahnhöfe nicht umgebaut werden, weil dies gemäss den gesetzlichen Bestimmungen nicht verhältnismässig wäre. Davon betroffen sind 1 Prozent der Reisenden. Die Bestimmung dieser Bahnhöfe erfolgte durch eine mit der Branche und dem Bund entwickelte verbindliche Planungshilfe. Deren Kriterien sind unter anderem finanzieller Aufwand, die Anzahl Ein- und Aussteiger sowie die Nähe von Spitälern oder Altersheimen zum Bahnhof.

Jahr

Anzahl Bahnhöfe*

Anteil Reisender

2017

335 BehiG-konform

58 Prozent

2023

556 BehiG-konform

93 Prozent

Nach 2023

679 BehiG-konform

99 Prozent

 

68 Vorerst kein Umbau

1 Prozent

Behindertengleichstellung ist für die SBB zentral. 

Die SBB nimmt das Thema Behindertengleichstellung ernst. Sie investiert erhebliche Mittel in die Behindertentauglichkeit ihrer Züge und Bahnhöfe und, wo nötig, in ergänzende Hilfeleistungen. So unterhält die SBB das SBB Call Center Handicap, das mobilitätseingeschränkten Kundinnen und Kunden bei der Planung und Durchführung von Zugreisen zur Seite steht. Reisende im Rollstuhl, Geh- und Sehbehinderte sowie geistig Behinderte erhalten kostenlose Unterstützung beim Ein- und Aussteigen. Allein im Jahr 2017 organisierte die SBB für rund 9 Millionen Franken über 142‘000 solcher Einsätze. Dafür standen schweizweit 77 Mitarbeitende im Einsatz. Die SBB geht bei der Umsetzung oft über das gesetzlich Geforderte und die in den Nachbarländern/der EU geltenden Standards hinaus. Aktuell können 78 Prozent aller Verbindungen mit dem Rollstuhl genutzt werden, d.h. entweder selbständig oder mit Unterstützung von Mitarbeitenden der SBB. An allen Bahnhöfen, die ab Ende 2023 nicht barrierefrei sind, wird die SBB Ersatzlösungen anbieten. Dazu zählen beispielsweise Hilfestellungen durch das Bahnpersonal, mobile Lifte und Rampen. Die SBB wird diese Ersatzlösungen erweitern und erarbeitet die Details derzeit mit dem Verband öffentlicher Verkehr (VöV). Das Konzept wird bis voraussichtlich Ende 2019 vorliegen. An allen Bahnhöfen, die ab Ende 2023 nicht barrierefrei sind, wird die SBB Ersatzlösungen anbieten. Dazu zählen beispielsweise Hilfestellungen durch das Bahnpersonal, mobile Lifte und Rampen. Die SBB wird diese Ersatzlösungen erweitern und erarbeitet die Details derzeit mit dem Verband öffentlicher Verkehr (VöV). Das Konzept wird bis voraussichtlich Ende 2019 vorliegen.

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