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Referenzkunde AMAG Automobil- und Motoren AG

Mitarbeiterin von AMAG mit Autoersatzteil

Weshalb der Kühlergrill Eisenbahn fährt

Seit über fünfzig Jahren arbeitet die AMAG Automobil- und Motoren AG, der grösste Automobilimporteur der Schweiz, eng mit der Bahn zusammen. Das gilt nicht nur für den Import von Neuwagen, sondern auch für den Versand von Ersatzteilen. Zum Beispiel am Jurabogen zwischen Buchs ZH und Crissier VD.

Ob Audi, VW oder Seat; ob Windschutzscheibe, Lenkrad oder Schraube – über 120 000 Ersatzteile sind im AMAG-Ersatzteillager in Buchs ZH auf 40 000 Quadratmetern Lagerfläche jederzeit abrufbereit. Hier herrscht ständig Hochbetrieb. Pannen und Defekte kennen keine Ferien, Autofahrer und Garagisten keine Geduld.

3,4 Millionen Einzelpositionen haben das Zentrallager in Buchs letztes Jahr verlassen, 14 000 pro Arbeitstag. Damit sie rasch am Zielort ankommen, muss der Ablauf reibungslos klappen. Dafür sorgt einerseits eine grosse Flotte von Lastwagen und kleineren Transportfahrzeugen. Vom Zentrallager Buchs aus versorgen diese die Regionallager und Umschlagplätze in den östlichen Landesteilen und im Mittelland direkt mit Waren. Für grössere Distanzen anderseits kommt vorwiegend die Bahn zum Zug. So transportiert ein Cargo-Domizil-Wechselbehälter regelmässig Ersatzteile ins Regionallager nach Camorino bei Lugano.

SBB Cargo spielt ihre Stärke aus
Am Jurasüdfuss hingegen spielt SBB Cargo ihre ganze Stärke aus: Ein bis zwei gedeckte Schiebewand-Güterwagen vom Typ Hbbillns verkehren täglich im Nachtsprung von Buchs ins AMAG-Regionallager nach Crissier bei Lausanne. «Dank dem Nachtsprung können Kunden in der Westschweiz bis am Abend Teile aus dem ganzen Sortiment bestellen und erhalten diese am folgenden Vormittag ausgeliefert», erklärt Bruno Stillhart, Leiter Logistik AMAG Teile und Zubehör. «Das rechnet sich nicht nur, es ist auch ökologisch sinnvoll. Doch auch wegen der ständigen Überlastung der Strassen und Autobahnen möchten wir so viele Waren wie möglich per Bahn transportieren.»

Die eintreffenden Bestellungen werden elektronisch erfasst, in die entsprechende Abteilung weitergegeben und je nach Grösse konfektioniert. Sperrige Teile wie Windschutzscheiben oder Stossstangen werden lose transportiert, kleinere Positionen in Behältern verschiedener Grösse. Je nach Bestimmungsort gelangt die Ware weiter hinten oder weiter vorn in die entsprechenden Bereiche des Güterwagens. Darin ist etwa so viel Platz wie in zwei Lastwagen.

Um fünf Uhr nachmittags holt eine kleine Dieselrangierlok den Wagen an der Rampe ab und fährt ihn ins nahe Regensdorf. Von dort geht es mit dem Nahgüterzug in den Rangierbahnhof Limmattal und um acht mit einem Ferngüterzug weiter nach Lausanne. Dort wird der Wagen um zwei Uhr früh nochmals rangiert und gelangt später mit dem Nahgüterzug nach Renens, von wo er um sechs Uhr zum Regionallager der AMAG nach Crissier gefahren wird. Dann übernehmen Lastwagen und kleine Transporter den Weitertransport zum Bestimmungsort in der Westschweiz und im Wallis. So können die Ersatzteile noch am gleichen Tag im schadhaften Fahrzeug eingebaut werden.

«Wir sind grundsätzlich mit der Leistung von SBB Cargo zufrieden», sagt Bruno Stillhart. Er wünscht aber, die Abfahrtszeit in Buchs könnte nach hinten verlegt werden: «Für spät eintreffende Bestellungen müssen wir immer noch einen zusätzlichen Camion einsetzen.»

«Die Leistungsanforderungen unseres Kunden AMAG sind uns bekannt», sagt dazu Daniel Hiltebrand, Kundenberater bei SBB Cargo. «Doch die betreffenden Linien konnten noch nicht so gut verknüpft werden, dass zusätzliche Potenziale möglich sind. Wir optimieren das Angebot aber laufend, und mittelfristig sollten die gewünschten Optimierungen auf der Schiene realisierbar sein.»

Der grösste Autoimporteur

Die AMAG ist als unabhängiger Generalimporteur der Marken Volkswagen, Škoda, Audi, Seat und VW Nutzfahrzeuge der grösste Autoimporteur der Schweiz. Die Firma beschäftigt rund 4800 Mitarbeitende. Der Umsatz 2009 belief sich auf 3,7 Milliarden Franken. Trotz genereller Absatzkrise und leichtem Umsatzrückgang hat die Gruppe den Marktanteil auf 24,6 Prozent ausgebaut und damit ihre führende Stellung in der Schweiz gefestigt.

Neuwagen kommen von den verschiedenen Produktionsstandorten grösstenteils per Bahn ins Zentrallager nach Birrfeld AG. Auch Ersatzteile werden mehrheitlich per Bahn angeliefert und von Buchs ZH in die ganze Schweiz verteilt.

KLIPP & KLAR 
AUSGANGSPUNKTBuchs/Regensdorf ZH
BESTIMMUNGSORTCrissier VD
DISTANZ211 km
TRANSPORTGUTAutoersatzteile
WAGENHbbillns-Güterwagen
EMPFÄNGERAMAG-Regionallager
  

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